Als Ende 2003 Tuivel im deutschen Absinth-Guide nahezu zeitgleich mit mir auf die Idee kam, selbst Absinthe herzustellen, wußte keiner so recht was bei unseren Versuchen herauskommen würde. Da er mir mit der Umsetzung um ca zwei Monate zuvor kam, ist es hauptsächlich seiner Pionier-Arbeit zu verdanken, daß heute im deutschsprachigen Raum, von inzwischen weit mehr als einem einzigen Heim-Destillateur, wirklich guter Absinthe gebrannt wird, während die Kommerziellen Produkte aus Deutschland und Österreich noch immer im Absinthe-Neandertal verweilen.

Nachdem ich die Entwicklung seiner Werke zeitnah mitverfolgen durfte, bat ich ihn, für mich eine Probe seines Könnens in eine etikettierte Flasche abzufüllen. Das Ergebnis ist auf dem Bild links zu sehen.

Tuivel's Werke zeichnen sich alle samt durch einen Balance-Akt zwischen stetiger Verbesserung von Balance und Intensität auf der einen, und Experimentierfreudigkeit auf der anderen Seite, aus. Wie man es bei einem Hausgemachten erwartet, kommen seine Werke nur mit Alkohol und Absinthe-typischen Kräutern aus, haben stets eine gute bis ausgezeichnete Trübung, wenig bis keinen Sternanis und, wie zB der auf dem Bild zu sehende Verte, ein deutlich schmeckbares, sehr aromatisches Aroma destillierten Wermuts, welches sich hervorragend in das gut ausbalancierte Gesamtbild einpaßt.

Selbst die meisten schwarzgebrannten aus dem Val de Travers sind nicht oberhalb des Niveaus der Diable Fils-Absinthe anzusiedeln.