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Das Alt-Wiener-Schnaps-Museum stellt seit einigen Jahren zwei anis-freie Absinthe
Namens Mata Hari (60%) und Grüne Fee (50%) her.
Kurios an beiden ist zunächst einmal, daß sie, obgleich ohne Anis hergestellt, eine gar nich mal so schwache Trübung vorweisen können. Beide bestehen neben Alkohol aus Mazeraten, künstlichem Farbstoff und Zucker, und im Falle des Mata Hari aus Wermut-Öl also lauter Dingen, die in einem hochwertigen Absinthe nichts verloren haben! Geschmacklich unterscheiden sich die beiden nur insofern, daß die später entstandene Grüne Fee den etwas aufdringlichen Geschmack der Veilchen-Wurzel des Mata Hari nicht oder nocht in derart störendem Maße enthält, wie dieser. Ansonsten sind die üblichen Kräuter, die auch in tschechischen Mundwasser-Absinthen wie Fruko Schulz, Stromu und Hills enthalten sind, mit von der Partie: Fenchel und etwas Minze. Das in nicht unerheblichem Maße enthaltene Wermut-Öl macht sich beim Mata-Hari allerdings auch geschmacklich bemerkbar, was man von den o.g. Tschechen nicht behaupten kann. Ich habe anfänglich tatsächlich auch mehr als ein Glas des Mata Hari getrunken, allerdings war der Geschmack nie wirklich ein Genuß. Irgendwie machte er einen derart befremdlich, einzigartigen (quasi abartigen) Eindruck, daß ich das Gefühl bekam, es müsse sich hier um genau das handeln, was damals die Leute in den Wahnsinn getrieben hat! In dem Moment, in dem ich aber feststellte, daß authentischer Absinthe so niemals geschmeckt hatte, verlor der Mata Hari so schlagartig an Interessantheit, daß die letzte Flasche sich als Investition für die Ewigkeit herausstellte. |
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