La Bleue das ist der Name für einen Blanche (einen klaren Absinthe) aus dem
Val de Travers in Neuchantel in der Schweiz, wo vor über 200 Jahren die Geschichte des Absinthe ihren Anfang nahm.
Dort haben trotz des Verbots die Menschen niemals aufgehört ihr Traditionsgetränk schwarz zu brennen.
Die hier zu sehenden Flaschen wurden mir von Freunden direkt aus dem Val de Travers mitgebracht.
Auch wenn viele Leute glauben, daß jeder schwarzgebrannte Bleue automatisch besser sein müßte,
als ein kommerzielles Produkt, so kann ich sagen, daß ich auch schon welche probieren konnte, die wirklich unter aller Sau waren! Es wurde auch im VdT einfach nicht jedem in den Schoß gelegt, einen anständigen Bleue zu destillieren.
Auf der anderen Seite gibt es dort aber wirkliche Spitzen-Absinthe in die sich allerdings
der Kübler 53 ziemlich nahtlos einreiht.
Ein guter La Bleue ist ein reines Destillat aus Wermut, grünem Anis und ein paar anderen Kräutern, die das Gesamt-Bild abrunden,
und schmeckt vordergründig recht lieblich nach grünem Anis, (Sternanis wird wenn, dann nur sehr hintergründig verwendet)
je besser er ist, desto intensiver ist das Aroma des destillierten Wermuts,
welches sich Schluck für Schluck langsam auf der Zunge breit macht,
und endet in einem komplexen Kräuter-Aroma.
Zucker oder ätherische Öle, wie sie gemurxten Blanches wie dem Versinthe Blanche zugesetzt werden, haben in einem Bleue nichts verloren.
La Bleues haben üblicherweise einen Alkohol-Gehalt zwischen 50 und 60%, meist um die 53%,
was der Bestrebung anderer Hersteller, möglichst hohe Alkohol-Gehalte zu verwenden,
zuwider läuft, da dies eigentlich sowieso nur bei Verte's einen Sinn ergibt!
Wer heutzutage einen guten Bleue trinken will, braucht Gott sei Dank kein Risiko mehr einzugehen, da inzwischen mehr als ein ehemaliger Schwarzbrenner aus der Schweiz den Schritt in die Legalität gewagt hat, und seine Produkte (derzeit zumeist im kleinen Rahmen) kommerziell anbietet. Vor allen anderen wären dabei derzeit die La Valote Bleues zu empfehlen, die sowohl vom Geschmack als auch von ihrer Aufmachung immernoch den Charme der verbotenen Bleues verkörpern.