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Ulex O2 |
Ulex Gold |
Ulex Ordinaire |
Ulex Pierre Ordinaire |
Ulex Exstase |
Blue Velvet |
Alandia Bohème |
Alandia Strong |
Unter den Blinden ist der Einäugige König - nach diesem Motto haben die Ulex Absinthe über Jahre ihren Thron gegen die deutsche Konkurrenz verteidigen können.
Die Ulex-Absinthe gliedern sich in drei Sparten, die jeweils von einem Proto-Typ abgeleitet wurden.
Die erste Sparte wurde mit dem Ulex Ordinaire (70%), als ältesten Vertreter des Hauses Ulex, begründet.
Zu schmecken bekommt der Absintheur im wesentlichen eine mittelstarke Portion Sternanis,
die allerdings noch nicht so stark ist, daß sie eine Zungenbetäubung hervorriefe,
daneben eine halbwegs ertragbare Bitterkeit, die aus einer ziemlich durchschlagenden Wermut-Färbung herrührt
und einen leicht seltsamen Beigeschmack, der wahrscheinlich durch die Verwendung von Wermut-Öl zu stande kommt.
Ob sich dahinter ein Wermut-Destillat verbirgt, wage ich zu bezweifeln.
Ebenso sind im Geschmack mit nichten irgendwelche anderen Kräuter auszumachen.
Ein sehr simples Derivat des Ulex Ordinaire ist der Pierre Ordinaire,
bei dem der Alkohol-Gehalt mittels Zuckerwasser auf 55% abgesenkt wurde.
Ein weiterer Abkömmling ist der Alandia Strong mit 68%,
bei dem lediglich die Wermut-Färbung noch etwas weiter getrieben wurde, als beim Ulex Ordinaire.
Ansonsten sind die drei identisch.
Die nächste Kategorie wurde vom Ulex O2 (50%) abgeleitet,
bei dem sie den Anis-Gehalt unter die schmeckbare Grenze gedrückt haben,
und dafür haufenweise Zucker die Wermut-Färbung überdeckt.
Genaugenommen ist das alles wonach er schmeckt. Ob Wermut-Öl verwendet wurde,
läßt sich auf Grund der Vor-Zuckerung nicht mehr definieren.
Abgeleitet von diesem ist der Ulex Gold (50%),
bei dem entweder weniger Zucker oder mehr Wermut verwendet wurde,
und der wegen seiner Gold-Blättchen in der Flasche auch eher als Bar-Zierde, als als Getränk zu sehen ist.
Des weiteren der Alandia Bohème (50%), der sich vom Ulex O2 nur durch ein marginales Zitronenaroma unterscheidet,
der Ulex Dark (45%), bei dem durch die Verwendung braunen Rohrzuckers ein fast Cola-artiger Wermut-Likör entstanden ist,
und der Absinth Blue Velvet (50%), dem man mit Minze
und einer Hills-blauen Farbe ein bißchen Mata Hari-Flair verpaßt hat,
welches den ansonsten ganz brauchbaren Geschmack weitestgehend ruiniert, da die Chemie leider all zu deutlich heraus kommt.
Die schlimmste Chemie-Keule unter den Ulex-Absinthen hat der Ulex-Exstase (55%) abbekommen, der offenbar als Konkurrenz zum
Serpis Dry gedacht war, und diesen aber an Entsetzlichkeit bei weitem übertrifft.
Ein einziger Tropfen dieses Blutroten Gesöffs, der versehentlich über das Etikett lief, hinterlies eine derart deutliche Spur,
daß sie nach über einem Jahr und unzähligen Reinigungsversuchen immernoch unübersehbar ist!
Geschmacklich gibt er außer einem Wermut-Öl-Aroma nicht viel her, so daß dieser Absinth in die Kategorie "Absinthe, die die Welt nicht brauchte" zu zählen ist.
Mit Ausnahme des letzteren sind die Ulex Absinthe alle samt auf einem Niveau ein Paar Stufen unter dem der Sebor-Absinthe einzuordnen,
die zwar auch Vor-Zuckerung und eine Wermut-Färbung aufweisen, aber um ein vielfaches komplexer sind, und kunstfertiger hergestellt wurden.