Antonio Nadal's Tunel-Absinthe zeichnen sich durch ein schmeckbares Wermut-Destillat aus, welches den Geschmack ganz alleine bestimmt, da ansonsten leider überhaupt keine Kräuter bemerkbar sind. Obwohl die Tunel Absinthe eine moderate Trübung auf dem Niveau des Emile Blanche zustande bringen, kann man nicht behaupten, viel vom Anis oder Sternanis zu schmecken. Was unter Umständen auf die Verwendung von reinen Anetholen hinweisen könnte, da diese im Geschmack viel dünner sind, als ein Anis-Destillat. Auch vermag das dünne Kräuter-Aroma den Alkohol-Gehalt nicht gänzlich zu verdecken, so daß neben Wermut und dem Beigeschmack der künstlichen Farbstoffe eine alkoholische Schärfe das Gesamtbild prägen.

Die beiden hier zu sehenden Versionen Tunel (70%) und Black Absinthe (80%) unterscheiden sich hauptsächlich im Alkohol-Gehalt und Farbe, aber auch in der Intensität, und der Art des Beigeschmacks.

Die oberflächlich schwarze Farbe des Black Absinthe ist in Wahrheit und tiefes blau-grün, wovon ich nicht sicher bin, ob irgendein Beeren-Extrakt oder einfach übelste Chemie dafür verantwortlich ist. In jedem Fall erzeugt diese Farbe einen Absinthe-untypischen Beigeschmack, der diese Version wesentlich unangenehmer darstehen läßt, als die grüne 70er Version. Bei dieser ist das Wermut-Destillat etwas dünner ausgefallen, die alkoholische Schärfe aber auch.

Insgesamt kann man den Tunel 70 noch trinken, auch wenn er außer nach Wermut nach nicht allzu vielem schmeckt. Der Black Absinthe dagegen hat die Grenze des annehmbaren leider schon unterschritten!