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| Serpis Dry 55° |
Serpis Classic 55° |
Serpis 65° |
Auffallen um jeden Preis
"Wenn alle Absinthe grün sind, dann nehmen wir doch die Komplementär-Farbe, das prägt sich ein!"
dachte wohl Licores Sinc als sie vor ein paar Jahren anfingen ihren Serpis Classic (55%) herzustellen.
Was man daran erkennt, ist die Willkür, mit der man mit künstlichen Farbstoffen Kunden ein Getränk schmackhaft machen kann.
Während der anisfreie Serpis Dry (55%) im Prinzip nichts als eine etwas bessere Version des Mata Hari ist,
da er nicht ganz so künstlich anmutet wie dieser, und ansonsten den für die Serpis-Absinthe typischen, "roten" Beigeschmack enthält,
nicht trübt, und auch sonst mit Absinthe nicht all zu viel gemein hat,
ist der Serpis Classic bis auf den erwähnten Beigeschmack,
der zum Teil von der Verwendung von Wermut-Öl kommen könnte, schon durchaus trinkbar.
Sein Anis-Gehalt ist für spanische Absentas recht zurückhaltend, wobei ich denke, daß hauptsächlich grüner Anis und nur minimal Sternanis
verwendet wurde. Ein Wermut-Destillat vernehme ich allerdings nicht!
Schon um ein Vielfaches besser ist der 2003 auf den Markt gekommene Serpis 65°.
Hätten sie diese idiotische Farbe weggelassen, so könnte man dieses Produkt durchaus empfehlen.
Im Gegensatz zu den anderen beiden, scheint es sich hierbei um ein Destillat aus Wermut und grünem Anis zu handeln,
daß ein bißchen Richtung Francois Guy geschielt hat, wobei ich sagen würde,
daß er geschmacklich knapp auf dem Niveau des Lemercier 45 angekommen ist.
Der "rote" Beigeschmack wurde eliminiert, doch die immernoch vorhandene, künstlich rote Farbe
und die Aprikosen-farbene Trübung versaut einem jeden Genuß an diesem Absinthe, weil man das Gefühl hat,
einen Aprikosen-Likör vor sich zu haben, und keinen Absinthe.
Da alle drei Absinthe für Spanier relativ teuer sind, kann man sie leider nicht empfehlen.
Aber wenn, dann sollte man am ehesten zum Serpis 65 greifen.