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Die Destillerie Emile Coulin in Fougerolles stellt Ihren gleichennamigen Absinthe seit Mitte 2003 her.
Einige Mitglieder des Deutschen Absinth Guide hatten zuvor die Frage aufgeworfen, warum Absinthe eigentlich immer so teuer sein müsse. Als Antwort darauf bot prompt Markus Lion den damals neuen Coulin (55%) für unter 20€ an, worauf andere dem Beispiel folgten. Die Herstellungsweise des Coulin ist eine Mischform aus Wermut-Destillation und Mazeration, so daß neben einem deutlich schmeckbaren Wermut-Aroma leider auch eine vordergründige Bitterkeit zu spüren ist, die die weiteren Kräuter, vor allem den nächst intensiveren Anis und Fenchel, etwas in den Hintergrund drängen, und dazu führen, daß er vorgezuckert werden muß, aber wenigstens nicht künstlich gefärbt. Leider wirkt das Wermut-Mazerat auch dem bei reinen Destillaten positiven Alterungsprozeß entgegen, so daß ich den Eindruck habe, daß der Coulin mit der Zeit nicht reifer und komplexer, sondern eher eindimensionaler geworden ist. Zudem macht sich hintergründig auf der Zunge ein leicht lakritziges Aroma breit, das offenbart, daß hier auch mit Sternanis gearbeitet wurde. Dieses Aroma unterscheidet den Coulin maßgeblich vom Segarra 68, welcher an sich ähnliche Geschmackskomponenten besitzt, aber um ein vielfaches harmonischer im Geschmack und sauberer in der Verarbeitung ist. Ich habe den Coulin eine Zeit lang den Anfängern als preisgünstigen Einstieg mit akzeptablem Geschmack empfohlen, wovon ich allerdings mit der Zeit wieder abgerückt bin, da gerade der negative Alterungsprozeß dafür sorgte, daß ich selbst diese Flasche bisher kaum ein halbes duzend Mal aus dem Schrank gezogen habe, weil ich mit jedem neuen Glas weniger Lust darauf verspürte. Solchem Schrott wie dem Les Fleurs du Mal oder Versinthe Verte ist er allerdings immer noch um Lichtjahre überlegen! |
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