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Francois d'Argeys |
Lemercier Abisinthe 45° |
Lemercier Abisinthe 72° |
Lemercier Abisinthe Amer 72° |
Alandia's Moulin Vert |
Frenchman's Muse de France #1 & #2 |
Aufstieg und Fall der Lemercier Brüder
Die heutige Destillerie Lemercier Frères begann vor einigen Jahren mit einem Plagiat des Francois Guy, das den Namen Francois d'Argeys (45%) trug,
dessen Aufmachung eine derart dreiste Kreuzung aus dem Etiektt des Francois Guy und der Flasche der Un Emile Absinthe ist,
daß es einen wundert, daß es deswegen keinen Ärger gab. Auch in Geruch und Geschmack erinnert der Francois d'Argeys an eine dünnere Version des Francois Guy.
Ein Jahr später entstand aus diesem durch geringfügige Modifikation dann der Abisinthe (45%),
welcher dem Guy schon etwas weniger ähnelt, da das Parfum-artige Wermut-Aroma nicht mehr so ausgeprägt ist.
Wie alle hochwertigen 45er ist bei beiden der Geschmack vom Wermut-Destillat und grünem Anis geprägt, wobei hier wohl auch etwas Sternanis mitspielen könnte.
Ein Schritt in die richtige Richtung war dann 2003 der Abisinthe 72(%),
der für damalige Verhältnisse ein absolutes Highlight darstellte.
Hier schmeckt man neben einem Wermut-Destillat einen sehr zurückhaltendes Aroma des grünen Anis, aber auch noch weitere Kräuter, die ein recht ausgewogenes Gesamtbild ergeben.
Das einzige Manko des Abisinthe 72 ist, daß die Intensität der Kräuter insbesondere des Wermut nicht ausreichen, um den Alkohol ausreichend zu verdecken, so daß er geschmacklich wie auch in der Wirkung
zu alkoholisch herüber kommt.
Als 2004 dann Lemercier den Abisinthe Amer (72%) ankündigten, war ich schon guter Hoffnung, sie hätten dieses Manko ausgeglichen,
in dem sie die Verdünnung des Destillats mit Neutralalkohol endlich sein gelassen hätten, oder tatsächlich auf irgendeine andere Weise die fehlende
Kräuter-Intensität beim Amer bewerkstelligt hätten.
Leider war nichts von alle dem der Fall. Anstatt dessen hatte Lemercier den Amer unter zu Hilfenahme von Wermut-Mazerat zusammengepantscht,
und mit reinem Anethol dies zu verdecken versucht, so daß der Amer eher auf dem Niveau des modernen Pernod 68 rangiert,
als auf dem Niveau des Vintage Pernod Fils, auf dem ein verbesserter Absinthe 72 anzusiedeln gewesen wäre.
Eine marginale Verbesserung stellt dann der Moulin Vert (68%) dar, den die Lemercier Brüder exklusiv für Alandia herstellen.
Der wesentliche Unterschied dürfte einzig etwas mehr Pontica sein, womit eine sehr hübsch grüne Farbe erzeugt wurde,
und daß das ganze ein wenig besser ausbalanciert wurde. Viel gibt sich's aber nicht!
Die allergrößte Katastrophe ist dann der Muse de France (69%), den sie gleichzeitig für den Frenchman entwickelt haben,
und die mich wirklich vor Entsetzen in Erstaunen versetzt haben!
Preislich auf dem Niveau der Jade Absinthe wird einem hier ein
simpler Wermut-Cognac untergejubelt, der wie eine wenig gelungene Kreuzung aus Elie Arnaud Denoix
und dem alten Libertine 55 schmeckt. Hierbei ist Version #2 nicht ganz so schlimm, wie Version #1,
da bei #2 wenigstens etwas mehr Anis das ganze minimal besser abrundet. Ich hoffe, wir bleiben von einer zweiten Charge verschont!
Ich muß sagen, daß ich es langsam aufgegeben habe, zu glauben, daß aus der Destillerie Lemercier Frères
noch mal ein Spitzenprodukt kommen wird, daß an den damaligen Erfolg des Abisinthe 72 anknüpfen könnte,
welcher aus ihrem Sortiment sicher immernoch der beste Absinthe ist, aber mit den Erfolgen,
die andere Destillerien seither erzielt haben, nicht mehr mithalten kann.