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Un Emile 45° (Liter Flasche) |
Un Emile 45° |
Un Emile Sapin 45° |
Pernot's Sapin Likör |
Un Emile 68° |
Un Emile Blanche 68° |
White Fairy 60° |
Die Destillerie Les Fils d'Emile Pernot stellte im 19-ten Jahrhundert schon Absinthe her.
Damals war die Namen's Verwechslung mit der Pernod-Fils Destillerie durchaus gewollt,
da deren Produkt dem eigenen durchaus überlegen war.
Heute hat sich das Blatt gewendet, und deshalb wird ist auf den Etiketten der Name Un Emile zu lesen,
um Verwechslungen von vorne herein vorzubeugen. Wenn man allerdings in Foren oder anderen Absinthe-Sites den Namen
Pernot liest, sollte man trotzdem immer ganz genau hinschauen, denn dieser eine Buchstabe macht einen gigantischen Qualitätsunterschied aus
, denn im Gegensatz zu den Produkten aus dem Hause Pernod-Ricard enthält kein Produkt von Pernot Zucker, ätherische Öle, Wermut-Mazerate oder künstliche Farb- oder Aroma-Stoffe,
sondern nur Destillate, und Färbung mit authentischen Kräutern.
Zunächst mal war der Un Emile 68(%) nach dem Absinthe-Verbot der erste, qualitativ hochwertige, authentische Absinthe,
den es überhaupt zu kaufen gab. Seine Entwicklung wurde nachhaltig von Peter Verte und Ian Hutton unterstützt,
so daß er danach zwei Jahre lang nur von Liqueurs de France vertrieben werden durfte.
Als Low Budget Version brachte Pernot 2002 den Un Emile 45(%) heraus, der auch in Frankreich und Deutschland
von verschiedenen Online-Shops angeboten wurde.
Diese beiden Prototypen unterscheiden sich gewaltig. Während der Un Emile 68 sehr komplex und gut ausbalanciert ist,
kaum eines der Kräuter übermäßig heraussticht, (spürbar sind neben Wermut und Anis, Fenchel und Potnica) und deshalb leider auch der Wermut nicht all zu dominant ist,
schmeckt man beim Un Emile 45 hauptsächlich ein Destillat aus Wermut, der übrigens ganz hervorragend ist, und grünem Anis heraus.
Unter Verdünnung ist der 68er sehr stabil, so daß er eine 1:4 Verdünnung noch recht gut verträgt,
während der 45er bei 1:2 langsam anfängt auszudünnen.
Ebenfalls 2002 brachte Pernot für Liqueurs de France den Un Emile Blanche (68%) heraus,
der eine Zeit lang mein Lieblings-Absinthe war. Allerdings muß ich aus heutiger Sicht sagen, daß ich ihn inzwischen
viel zu alkoholisch und von den Kräutern her zu dünn empfinde. Als reines Destillat ist er farblos,
seine Trübung fällt leider auch eher moderat aus, und sein Geschmack wird von Anis, Wermut und ein paar anderen, schwer zu definierenden Kräutern bestimmt.
Da auch Liqueurs de France die Achillis-Ferse ihres Blanche erkannte, brachten sie 2004 den White Fairy (60%) heraus,
der von den Kräutern angeblich wesentlich intensiver, und durch einen reduzierten Alkoholgehalt weniger alkoholisch rüber kommen sollte,
was er allerdings nur sehr bedingt tut, wie man schon allein an der schwachen Trübung auf dem Niveau der Sebor-Absinthe sieht.
Sein Geschmack ist zwar komplex und ausgewogen, allerdings kann er mit echten Spitzen-Blanches wie Blanche de Fougerolles und Kübler 53 bei weitem nicht mithalten,
so daß die LDF-Preise dafür einfach nicht haltbar sind.
Neben diesen Produkten, brachte Pernot noch verschiedene Abwandlungen des Un Emile 68 für Liqueurs de France heraus,
nämlich den Un Emile Sapin 68, der einfach nur ein paar Tropfen Sapin Likör enthält, der den Geschmack etwas trockener werden läßt,
und den Un Emile Gentiane 68, der mit Enzian angereichert wurde, und den ich nicht mehr probieren konnte,
da er bereits nach kurzer Zeit floppte, und deshalb eingestellt wurde.
Außerdem läßt Alandia von Pernot eine Sapin-Version des Un Emile 45 herstellen,
für die exakt das gleiche gilt, wie für den Un Emile Sapin 68.
Zusammenfassend muß man leider sagen, daß die Emile Pernot Absinthe, die noch 2002 als absolute Spitze galten,
von der Zeit überholt wurden, weil die Destillerie Pernot versäumt hat, ihre Entwicklungen den gestiegenen Ansprüchen anzugleichen,
und zB aufzuhören, ihre Absinthe mit dem Zusatz von Neutral-Alkohol selbst zu entwerten. Trotzdem trinke ich sowohl den Un Emile 68
als auch den etwas einfacheren Un Emile 45 immer noch ganz gern.