Versinthe Blanche Versinthe Verte L'Amesinthe
(Alte Flasche)
L'Amesinthe
(Neue Flasche)

2200ppm Sternanis-Öl,

Minze und Zucker, das sind die Markenzeichen der Absinthe der Liquoristerie de Provence, die alle samt viel billiger anmuten, als ihr Preis ist.

Zunächst mal ist sicher der Versinthe la Blanche (57%) unter den dreien, als reines Wermut-Destillat sicher noch als der beste anzusehen. Sein Geschmack gibt allerdings außer tonnenweise Sternanis-Öl, übermäßig viel Minze und dem Wermut-Destillat im Hintergrund absolut gar nichts her, so daß er schon häufiger mit einem ausgelutschten Pfefferminz-Kaugummi verglichen wurde. Auch wenn der Versinthe la Blanche noch trinkbar ist, so ist er doch eher ein Anfänger-Produkt, weil diese sich nicht daran stören, daß man zum Preis eines Francois Guy einen mit Zucker und ätherischen Ölen verpantschten, also minderweritgen, Absinthe bekommt. Wer einen minzig, sternanisigen Geschmack mag, der ist definitiv mit dem Havel's Alpen-Absinth aus dem Hause Martin Sebor um ein vielfaches besser bedient, da dieser ähnlich schmeckt, aber handwerklich sauberer hergestellt wurde.


Der Versinthe Verte (45%) wiederum ist ein absolut übles Wermut-Mazerat. Auch hier sind Sternanis-Öl, Minze aber vor allem Zucker zu Hauf die geschmacksgebenden Elemente. Das ganze ist so knatsche Süß, daß es mit der davon größten Teils verdeckten Bitterkeit eher wie ein Schokoladen-Likör anmutet, als daß es irgendwas mit Absinthe zu tun hätte. Wenigstens wurde hier auf künstliche Farbstoffe verzichtet, so daß er nicht ganz so mies ist, wie der Les Fleurs du Mal.

Der L'Amesinthe (45%) schließlich, ist zwar auch ein recht süßes Wermut-Mazerat, da aber hier Wermut und Zucker moderater eingesetzt wurden, und auch der Minz-Anteil reduziert wurde, kann man diesen noch eher trinken, als den Versinthe Verte, so daß man ihn als preisgünstigen Wermut-Likör gerade noch vertreten kann, um einen Absinthe handelt es hierbei allerdings auch nicht wirklich.

Die neuere Version des L'Amesinthe allerdings, die sich ziemlich am Ulex Pierre Ordinaire orientiert, stellt eine erhebliche Verschlimmbesserung dar, da hier das Wermut-Mazerat doch erheblich nervt, und das ganze zusammen mit dem Sternanis-Öl eine ziemlich inhaltslose Brühe abgibt.