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In etwa genauso authentisch wie der moderne Pernod 68 ist der neue Herbsaint (45%) aus den USA.
Die Behauptung, man habe das Original-Rezept aus dem anfänglichen 20-ten Jahrhundert lediglich um den Wermut erleichtert, und etwas angeglichen,
sollte den Herstellern die Nase so lang wachsen lassen, daß sie bis zur Pernod-Destillerie reicht. Der moderne Herbsaint ist nichts als ein sehr Fenchel-lastiger Pastis mit etwas Pontica und ordentlich Sternanis, mehr ist nicht auszumachen. Wermut darf wegen der amerikanischen Gesetzgebung nicht enthalten sein. Aber man hätte sich sicher auch etwas intelligenteres einfallen lassen können, als diesen simpel gestrickten Pastis. Der antike Herbsaint, von dem es mir vergönnt war, probieren zu dürfen, war ein hervorragend ausbalancierter, und sehr wermutiger Absinthe der Spitzenklasse, weit über dem Niveau des Tarragona Pernod's, der dem heutigen Nouvelle Orleans etwas ähnelte. Sternanis war eben so wenig enthalten, wie tonnenweise Fenchelsamen, so daß man davon ausgehen muß, daß die Betreiber der Legendre Destillerie das antike Vorbild nie zu Gesicht bekamen, oder einfach nicht den blassesten Dunst von Absinthe haben. Auch hier gilt allerdings, daß man ihn als einen Pastis und, wenn man mit keinerlei Erwartungen an die Sache geht, noch trinken kann. Seinem großen Namen wir er allerdings mit nichten gerecht! |
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